Flächeninjektion mit besonderer Anforderung

Stahlbetonwand eines Wasserkanals verfestigt und abgedichtet

Norderstedt/Heilbronn. Flächeninjektionen als nachträgliche Abdichtung oder auch zur Verfestigung sind mittlerweile weit verbreitet. Ganz besondere Anforderungen an das Injektionsmaterial wurden jedoch bei einer verfestigenden Abdichtung einer Stahlbetonwand eines Wasserkanals im Großraum Heilbronn gestellt.

 

Flächeninjektion mit kombinierter Verfestigung

Die Wand wies zum einen Risse in den Arbeitsfugen auf, zum anderen aber auch Kiesnester und Auswaschungen im Betongefüge. Die Fehlstellen waren teilweise feucht, größtenteils aber sogar wasserführend (fließendes Wasser). Gleichzeitig sollte eine Festigkeitserhöhung aufgrund der bereits starken Auswaschungen, Kiesnester und Materialverluste erzielt werden. (Bild 1)

 

Somit waren möglichst folgende Anforderungen an das Injektionsmaterial zu erfüllen:

1. Wasser stoppen

2. Hohlräume und Risse verschließen

3. Dauerhaft abdichten

4. Verfestigung

 

Aufgrund der genannten Randbedingungen kam nur ein zäh-elastisches PUR-Harz in Frage, das sowohl eine dauerhaft abdichtende als auch verfestigende Eigenschaften aufweist. Wie alle PUR-Harze schäumt das Material bei Wasserkontakt auf und konnte somit auch zum Stoppen des Wasserflusses eingesetzt werden.

Die Wahl fiel in Abstimmung mit der ausführenden Firma sowie dem Auftraggeber auf das Produkt PUR-O-STOP FS-L, mit dem – mit kleineren Kompromissen – alle gestellten Anforderungen ohne weitere Schritte erfüllt werden konnten. Die besondere Eigenschaft dieses zweikomponentigen Materials besteht in der Einstellung der Reaktionszeit von bis zu 90 Minuten mittels eines Katalysators. Da die Herausforderung weit über eine klassische Rissinjektion hinausging, wurde seitens des Verarbeiters die TPH-Anwendungstechnik hinzugezogen.

 

Fingerspitzengefühl gefragt

Um die größten Wasserzuflüsse zu stoppen, wurden die betroffenen Bereiche vorher mit einem schnellbindenden Zement (Verarbeitungsdauer bei 20°C 30 Sekunden, Material F30 Blitzzement) verdämmt. (Bild 2) Im zweiten Schritt wurden dann die Bereiche mit fließendem Wasser unter Verwendung einer Katalysatormenge von ca. 300 g/20 kg A-Komponente verpresst, um eine schnelle Reaktion zu gewährleisten. Hierbei war Fingerspitzengefühl gefragt, um die richtige Materialmenge zu injizieren, da aufgrund der minderen Betonqualität das Risiko von großflächigen Abplatzungen bis hin zu „Sprengungen“ durch zu hohen Schaumdruck gegeben war. (Bild 3)

 

Im Anschluss wurde die Katalysatormenge reduziert, um die restlichen Packer für die eigentliche Flächeninjektion zu beaufschlagen. Aufgrund des porösen Gefüges hat sich das Material im Bauwerk ohne große Drücke im Radius von weit über einem halben Meter verteilt. (Bild 4)

 

Als Pumpe kam eine handliche (28 kg),  druckluftbetriebene 2K-Kolbenpumpe TPH-INJECT PS 5-II mit einem maximalen Arbeitsdruck von 170 bar und einem Fördervolumen bis zu 5,5 l/min zum Einsatz (Bild 5). Insgesamt wurden auf einer Fläche von 12 m² ca. 300 kg PUR-Harz verpresst.

 

Fazit

Mit der geeigneten Injektionstechnik lassen sich mit geringem Aufwand schnelle Erfolge bei vielen Abdichtungs- und Tragfähigkeitsproblemen erzielen. Wichtig ist hierbei allerdings, dass sich unerfahrene Planer und Verarbeiter von Systemherstellern oder Fachplanern bzw. –firmen beraten lassen, um die für sie wirtschaftlichste Lösung herauszuarbeiten.

 

 

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Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Olaf Schröder,

Technischer Vertrieb, TPH Bausysteme GmbH

E-Mail: o.schroeder(at)tph-bausysteme.com

 

Stefan Strohmeier

Strohmeier PR

E-Mail: kontakt(at)strohmeier-pr.de

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